Château des Poupets

Vom Weingut

Gamay, die Rebsorte des Beaujolais

Dünnhäutig, frühreif und duftig — Gamay Noir à Jus Blanc ist der Grund, warum Beaujolais nach sich selbst schmeckt.

Veröffentlicht 18. Januar 2026

Ein burgundisches Exil, das gedeiht

Gamay war einst weit in Burgund gepflanzt, bevor bevorzugte Regeln ihn nach Süden drängten. Im Beaujolais traf er auf Granit und ein Klima, das frühe Reife begünstigt. Der volle Name, Gamay Noir à Jus Blanc, verweist auf dunkle Beerenhäute und klaren Saft — Farbe und Tannin kommen während der Maischung aus Häuten und Stielen, nicht aus rotem Fruchtfleisch.

Was Gamay im Glas gibt

Erwarten Sie rote Frucht — Erdbeere, Kirsche, manchmal Himbeere — mit floralen Noten (Veilchen, Pfingstrose) und einer pfeffrigen oder steinigen Kante in den Crus. Der Alkoholgehalt ist oft moderat; die Säure hält den Wein lebendig. Die Tannine sind meist feiner als bei dickhäutigeren Sorten, deshalb kann Beaujolais großzügig wirken, ohne schwer zu sein.

Anbau und Klima

Gamay treibt früh aus, deshalb ist Spätfrost an tieferen Lagen ein echtes Risiko. An den Hängen von Juliénas beobachten wir die Saison genau: Laubarbeit, behutsame Erträge und Handlese, wenn die Frucht reif, aber noch frisch ist. Wärmere Jahre brauchen Zurückhaltung im Keller; kühlere Jahre belohnen Geduld im Weinberg.

Nicht nur Nouveau

Beaujolais Nouveau machte Gamay weltweit berühmt, doch die Crus zeigen ein anderes Gesicht — Dorfweine, die reifen, reisen und zu ernsthafter Küche passen können. Am Château des Poupets bauen wir Gamay für einen Juliénas, der zuerst von diesem Hang spricht, von der Mode erst danach.

Wenn Sie sich eine Sache über Gamay merken, dann diese: Er ist kein minderer Pinot. Er ist seine eigene Rebsorte, und Beaujolais ist der Ort, an dem er singt.